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Datenklau im Internet  (Archiv) 
Archiviert: 12.02.2009
Informatiker der Uni Mannheim finden sensible Daten von mehr als 170.000 Opfern - inkl. Studie: "Learning More About the Underground Economy - A Case-Study of Keyloggers and Dropzones".


Auf große Sicherheitslücken im Internet haben jetzt Wissenschaftler der Universität Mannheim hingewiesen. In einem Zeitraum von sieben Monaten, von April bis Oktober 2008, haben die Computer-Wissenschafter Thorsten Holz, Felix Freiling und Markus Engelberth vom Lehrstuhl für Praktische Informatik 1 einige Hunderttausend Zugangsdaten von mehr als 170.000 Opfern gefunden, die mit Hilfe von Schad-Software (so genannter "Malware") gestohlen wurden. "Insgesamt fanden wir 10.775 Zugangsdaten zu Online-Konten sowie komplette Kreditkarteninformationen, Account-Daten für Auktionsplattformen, unzählige Passwörter für Freemail-Angebote wie Google, Microsoft oder Yahoo und Zugangsdaten für soziale Netzwerke wie Facebook oder StudiVZ", berichtet Holz. Geschätzter Wert der Daten auf dem Schwarzmarkt: mehr als zehn Millionen Dollar. Die Ergebnisse ihrer Arbeit haben die Informatiker als technischen Bericht veröffentlicht.

Den Cybercrackern sind die Wissenschafter auf die Spur gekommen, indem sie so genannte "Keylogger" unter die Lupe genommen haben. Keylogger sind Programme, die sich auf dem Rechner eines Opfers einnisten und sämtliche Eingaben protokollieren. Manche dieser Keylogger sind dabei bereits so ausgeklügelt programmiert, dass sie das Verhalten des "infizierten Opfers" genau beobachten und beispielsweise nur beim Login in das Online-Banking-System eines Kreditinstituts tätig werden. Die erbeuteten Daten werden dann an bestimmte Rechner im Netz gesendet. Von diesen "Dropzones", die wie Briefkästen funktionieren, kann der Angreifer bequem den Datenschatz abrufen. "Eine Dropzone ist einfach ein Server im Internet", so Holz, "Die Kriminellen können darauf anonym zugreifen. Eine Identifizierung der Täter ist so natürlich schwierig. Das macht die Methode für Kriminelle attraktiv." Der Geschädigte bemerkt von alledem in der Regel nichts.

Thorsten Holz und seine Kollegen haben Techniken entwickelt, um Dropzones im Internet systematisch aufzuspüren. Die Wissenschafter haben Schädlinge und Trojaner entschlüsselt und die Orte abgefragt, wo diese ihre Ergebnisse speichern. "Wir haben mehr als 300 Dropzones gefunden. Zu gut 70 von ihnen konnten wir uns vollen Zugang verschaffen. Und dabei haben wir nur zwei von sieben großen Keylogger-Familien beobachtet", berichtet Holz. In welchem Ausmaß im Internet Datenklau betrieben wird, lässt sich so nur vage erahnen.

Im Anschluss an die Studie haben die Wissenschafter die sensiblen Daten an die Behörden und eine zentrale Sammelstelle für solche Funde übergeben. So können die Betreiber unsicherer Websites und die Opfer informiert und weitere Maßnahmen eingeleitet werden. Um sich selbst vor Datenklau im Internet zu schützen, rät Holz: "Das Beste ist, nicht alle Links und Attachments anzuklicken, die man per E-Mail bekommt, denn oft sind es 'böse' Anhänge oder Besuche auf dubiosen Internet-Seiten, über die man sich infiziert. Außerdem empfiehlt sich zeitnahes Einspielen von Sicherheits-Updates, damit man nicht einfach zum Ziel von Angriffen wird."

Webseite Liebl, 31.01.2009

Thema: k.D.

Download-Info

PDF: Impersonation attacks, Learning More About the Underground Economy - A Case-Study of Keyloggers and Dropzones, Format: PDF  Impersonation attacks
Learning More About the Underground Economy - A Case-Study of Keyloggers and Dropzones, Format: PDF
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