Home    Aktuelles    Kalender    Katalog    Anmeldung  
News u. Notiz
 Suche 

Home
News u. Notiz
Kalender
Katalog
Info
Anmeldung
Kontakt

 Newsletter 
E-Mail-Info mit aktuellen News und Veranstaltungen
Zur Newsletter
Um-, Ab- u. Anmeldung

 Events 

 PDF, Audio, Video 

 LogIn 
UserName: 
Kennwort:  

Kennwort vergessen?
Neu Anmeldung

 Anmelden 


 News u. Notiz 
 

« zurück
Geiz ist nicht geil  (Archiv) 

Archiviert: 27.10.2010
Militärisches Management, Ausbeutung und Demütigungen: Die Arbeitsbedingungen beim weltweit grössten Elektronikzulieferer Foxconn haben sich nach der Suizidwelle nicht verbessert. Dies zeigt eine Studie von Sacom, einer Partnerorganisation von Brot für alle und Fastenopfer. Mitverantwortung tragen grosse Elektronikmarken wie Apple, Dell, Nokia, Sony und Motorola.


„Die Arbeitsbedingungen bei Foxconn sind illegal und unethisch“ – diesen Schluss zieht die chinesische Organisation Sacom in ihrer heute veröffentlichten Studie Workers as Machines: Foxconn’s Mili...ement. Basierend auf 100 Interviews mit Mitarbeitenden beschreibt sie die Arbeitsbedingungen in Foxconn-Produktionsbetrieben.

Bei Foxconn herrscht eine Kultur des absoluten Gehorsams. Mitarbeitende werden für „Fehlverhalten“ bestraft wie etwa das Nichterreichen gesetzter Tagesproduktionsziele, Fehler bei der Montage oder zu lange Toilettenpause. Als Disziplinarmassnahmen werden sie vor der versammelten Belegschaft beschimpft und gedemütigt. Ausserdem kommt es regelmässig zu verbalen und physischen Bedrohungen. Strikte Vorschriften regeln sogar das Privatleben der Mitarbeitenden bis ins Lächerliche wie etwa das Haartrocknerverbot für Frauen.

„Indem Foxconn keine unabhängigen Gewerkschaften erlaubt, verunmöglicht es den Mitarbeitenden, ihre Rechte wahrzunehmen und sich für bessere Arbeitsbedingungen einzusetzen“, sagt Debby Chan von Sacom. Gemeinsam mit Brot für alle und Fastenopfer fordert sie, dass die Mitarbeitenden hinsichtlich ihrer Rechte geschult werden und Gewerkschaften demokratisch gewählt werden.

Als Folge der Arbeitsbedingungen sah sich der Konzern zwischen Januar und August mit dem Selbstmord von 14 Mitarbeitenden konfrontiert. Darauf kündigte Foxconn die Produktionsverlegung von 300'000 Arbeitsplätzen nach Zentral-, West- und Nordchina an.

Nach dem öffentlichen Aufschrei im Zuge der Selbstmordwelle erhöhte Foxconn im Juni 2010 den Grundlohn seiner Angestellten von 900 auf 1200 Yuan (175 Franken) monatlich. Eine weitere Lohnerhöhung auf 2000 Yuan wurde für den 1. Oktober 2010 angekündigt. Allerdings ist zu befürchten, dass es sich dabei nur um leere Versprechen handelte. Laut Sacom müsste der Grundlohn für Angestellte in der Elektronikindustrie zwischen1684 und 2239 Yuan betragen.

„Die Bedingungen bei Foxconn sind das Resultat des permanenten Drucks der grossen Elektronikmarken, immer billiger zu produzieren“, sagt Chantal Peyer, Verantwortliche für die Kampagne „High Tech – No Rights“ von Brot für alle und Fastenopfer: „Marken wie Apple haben Profitmargen von über 40 Prozent. Doch sie sind es, die ihre Zulieferer mit einer maximalen Marge von 4 Prozent ständig unter Druck setzen, die Produktionskosten zu senken.“

Als weltweit grösster Zulieferer für die Elektronikindustrie beschäftigt Foxconn alleine in China rund 900’000 Mitarbeitende. Trotz des ständigen Preiskampfs und fallender Margen verzeichnet der Konzern seit Jahren wachsende Gewinne. Möglich ist dies nur, indem der Konzern den Druck seiner Abnehmer an die Mitarbeitenden weitergibt – in Form von immer höherer Arbeitsbelastung, rigider Disziplin und tiefen Löhnen. Versprechen von CEO Terry Gou Tai Ming zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Entlöhnung wurden bislang nicht eingelöst.

„Die Elektronikindustrie muss anerkennen, dass die Probleme bei Foxconn kein Einzelfall sind, sondern die Spitze des Eisbergs bezüglich der Arbeitsbedingungen in der globalen Zuliefererkette der Elektronikindustrie“, sagt Pauline Overeem vom internationalen NGO-Netzwerk GoodElectronics.

Dies bestätigt auch Chantal Peyer: „Foxconn und andere Zulieferfirmen produzieren in Indien, Tschechien, Mexiko und in anderen Ländern für alle grossen Elektronikmarken. Deshalb müssen Markenfirmen und Zulieferer gemeinsam die Verantwortung für die Verletzung von Arbeitsrechten übernehmen und dagegen vorgehen.“ Brot für alle und Fastenopfer erwarten, dass die Brachenvereinigungen ‚Electronic Industry Citizenship Coalition’ (EICC) und ‚Global e-Sustainability Initiative’ (GeSI) dabei eine Führungsrolle wahrnehmen. Einer der zentralen Schritte für die Einhaltung der Arbeitsrechte ist die Garantie der Vereinigungs- und der kollektiven Verhandlungsfreiheit. Die beiden Werke setzen sich im Rahmen der Kampagne „High Tech – No Rights?“ seit 2007 für faire Arbeitsbedingungen in der Computerproduktion ein.

Links:
http://www.fair-computer.ch

Download-Info

Audio: Geiz ist nicht geil, Audiobericht von Michael Spah, Format: MP3, 4:40 Minuten, CC  Geiz ist nicht geil
Audiobericht von Michael Spah, Format: MP3, 4:40 Minuten, CC
Download - klick hier!

PDF: Studie: Workers as Machines, Studie: Workers as Machines Foxconn’s Military Management von Sacom, Format: PDF  Studie: Workers as Machines
Studie: Workers as Machines Foxconn’s Military Management von Sacom, Format: PDF
Download - klick hier!

PDF: Zusammenfassung Deutsch, Zusammenfassung der wichtigsten Studienergebnisse (Deutsch, 2 Seiten), Format: PDF   Zusammenfassung Deutsch
Zusammenfassung der wichtigsten Studienergebnisse (Deutsch, 2 Seiten), Format: PDF
Download - klick hier!


Bitte vergeben Sie für diesen Artikel eine Note
zwischen +3 (lesenswert) und -3 (nicht lesenswert)

Artikel bewerten:
+3 +2 +1 0 -1 -2 -3

  Aktuelle Auswertung:
Gesamtbewertung (Alle Punkte): 3
 

Plus: 3, Neutral: 0, Minus: 0
  0 = neutral (Artikel zur Kenntnis genommen)


Leser-Beiträge
Hinterlassen Sie hier Ihre Informationen oder Anmerkungen, für andere Leser.
Jetzt ohne Anmeldung!

 neuen Eintrag erstellen 

Home | News | Kalender | Katalog | Anmeldung
Newsletter | Info | Impressum | Kontakt

diagramm.net - Alle Inhalte dienen der persönlichen Information.







Pub-Info