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Wenn Konsumenten zu Produzenten werden  (Archiv) 

Der Makerbot im Betahaus in Berlin-Kreuzberg -> zum Video auf das Bild klicken, Bild: JThumfar
Archiviert: 03.04.2011
"Fabbing" das Ausdrucken von dreidimensionalen Gegenständen, könnte dank Open Source die Produktionsgesellschaft umkrempeln. Noch aber sind die Geräte zu frickelig.


Als die Technologie der dreidimensionalen Drucker vor einigen Jahren entwickelt wurde, erschien es manchem, die Replikatoren aus Fernsehserie Star Trek seien Realität geworden. Von einer "Revolution des Selbermachens" wurde geschwärmt. Inzwischen gibt es gleich zwei Open-Source-Systeme zum 3D-Drucken für zu Hause und der Realitätscheck zeigt, dass der Teufel wie immer im Detail steckt.

In der Industrie sind solche digital gesteuerten Produktionsgeräte seit vielen Jahren im Einsatz. Nur kosten die dort verwendeten Systeme mit Computer Aided Design (kurz: CAD) zu viel, als dass sie sich eine Privatperson leisten könnte.

Der Reprap und der Makerbot dagegen ermöglichen es tatsächlich jedem, am Computer entworfene Objekte herzustellen. Bausätze für die Maschinen sind für unter 1000 Euro zu haben, die als Rohmaterial verwendeten Plastik-Filamente sind spottbillig. Und größer als ein Fernseher ist keines der beiden Geräte.

Im Internet sind bereits Foren gewachsen, in denen Entwürfe für den Reprap und den Makerbot ausgetauscht werden. Auf Seiten wie Thingieverse finden sich unzählige Designobjekte, Plastikspielzeuge und natürlich Zubehör für die Maschinen selbst. Denn wie bei allen Open-Source-Projekten steht die ständige Verbesserung der Systeme an oberster Stelle.

3D-Drucken – oder auch Fabbing, wie es die Fans nennen –, ist ein Versuch, den Gedanken Open Source, der im Internet entstand, auf die dingliche Welt zu übertragen. Die Entwürfe sind gemeinfrei, jeder kann sich die entsprechenden Dinge damit nachbauen.

Trotz der bestechenden Idee, allzu viele Anwender gibt es nicht. In Berlin beispielsweise, einer vergleichsweise großen Stadt, lassen sich nur wenige funktionierende 3D-Drucker identifizieren. Ein Gerät steht in der Open Design City im Kreuzberger Betahaus, eines im Keller des Hackerclubs C-Base in Mitte, dem Gründungsort der Piratenpartei.

Für Philip Steffan von der Open Design City war die Anschaffung des Makerbots Teil einer Geschäftsidee. Er wollte ein 3D-Copycenter gründen. Für den Makerbot entschied er sich, weil er den Umgang mit dem Reprap zu frickelig fand. Erst beim Einsatz des Geräts bemerkte er jedoch, dass es noch kaum für den kommerziellen Gebrauch taugt. Hohle Objekte kann es schlecht replizieren und die Größe der Ausdrucke ist ebenfalls beschränkt, höher als zehn Zentimeter sollten sie nicht werden.

Also gab Steffan den Plan mit dem Copyshop auf. Er beschloss, zuerst eine Community zu gründen, die den Gedanken des Open-Source-Designs weiterentwickelt – eben jene Open Design City. Inzwischen treffen sich im Rahmen des Projekts die unterschiedlichsten Leute: Designer, Architekten, Hipster und Punks. Sie kommen, um Steffans Know-how und die Werkzeuge im Betahaus zu nutzen, der Makerbot ist dabei nur eines unter vielen.

Für ihn persönlich, sagt Steffan, sei das Gerät dennoch die Initialzündung gewesen. Er habe zwar noch nie etwas Nützliches damit gedruckt, doch die dahinter stehende Idee inspiriere ihn noch immer.

Zu kompliziert, die Idee aber besticht

In der C-Base in Mitte steht einer der wenigen Repraps Berlins. Auch er ist Inspiration, allerdings sehr viel handfester. Allein durch die Fähigkeit, sich selbst zu vervielfältigen, verbreitet die Maschine die Idee der Open-Source-Produktion.

Ijon – ein Pseudonym, seinen richtigen Namen möchte er nicht öffentlich verbreiten – arbeitet mit dem Reprap. Er lobt die Möglichkeit, ansonsten teure Ersatzteile aus Plastik für einen Spottpreis herzustellen und führt den Prototypen eines vollautomatischen Buchscanners vor, den er schon bald unter einer Creative-Commons-Lizenz ins Netz stellen möchte. Jeder soll sich dann für knapp 400 Euro einen bauen können. Im Netz gibt es viele solcher Entwürfe, die Website Shapeways beispielsweise sammelt sie.

Allerdings flucht auch Ijon, ein eingefleischter Bastler, über die Kompliziertheit des Gerätes. Gefühlte 7000 Schrauben habe der Bausatz, und alle müssten einzeln justiert werden. Dieser Aufwand stehe in keiner Relation zum Nutzen. Die praktischen Gegenstände, die er mit dem Gerät produziert habe, beschränkten sich auf Flaschenöffner und Plastikchips für Einkaufswagen.

Für Science-Fiction-Fans dürfte die Nutzlosigkeit der 3D-Drucker eine Enttäuschung sein. Immerhin wurde beim Aufkommen der Technologie vorausgesagt, dass bald auf jedem Schreibtisch neben dem Rechner auch ein Personal Fabricator stehen werde. Doch selbst die eher moderate Prognose vom 3D-Copyshop an jeder Ecke ist noch längst nicht Wirklichkeit.

Dafür geht von Makerbot und Reprap eine ungebrochene Faszination aus. Die Macht über die Gestaltung der Alltagswelt liegt nicht mehr bei Designern und Ingenieuren allein, sondern auch beim Konsumenten. Damit hat das Internet nicht nur die Idee von Sender und Empfänger umgebaut, sondern auch die von Produzent und Konsument. Auch wenn derzeit noch wenige über die Zeit und das Wissen verfügen, um davon Gebrauch zu machen.

Video:
http://blip.tv/file/3522392?utm_source=player_embedded

Links:
http://reprap.org/wiki/Main_Page
http://www.makerbot.com/
http://www.thingiverse.com/
http://www.shapeways.com/about/how_does_it_work

Webseite richard, 22.03.2011

Thema: Vision / Zukunft

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Leser-Beiträge

* und noch ein paar links dazu
(Von: Webuser:Nerd am 22-03-2011 08:20:06)    Antwort   
3D-Drucker fertigt Fußballschuhe
http://www.diagramm.net/index.php?i=NuN&id=1919&d=a

US-Startup bringt 3D-Drucker für 1.000 Dollar
http://www.diagramm.net/index.php?i=NuN&id=4522&d=a

3D-Drucker in Desktop-Größe
http://www.diagramm.net/index.php?i=NuN&id=5350&d=a

Weitere Artikel dazu:
http://www.diagramm.net/index.php?such=3d-drucker&cos=ON&inssuche=Go!


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